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Von Marco Delgardo | 25 Oktober 2009
Ich muss vorab zugeben, dass ich die Sendung nicht gesehen habe, aber die Antwort auf die Frage, ob Dieter Bohlen richtig gehandelt hat, die 4-jährige Alessia aus der TV-Show “Das Supertalent” hinaus zu werfen, traue ich mich auch so ohne wenn und aber zu beantworten.
Natürlich hatte Bohlen Recht, denn für den Lebensweg einer 4-jährigen -so gut und gerne sie momentan auch auf der Bühne stehen und sich in Szene setzen mag- ist der Start einer Profi-Karriere ein ganz gravierender Einschnitt. Meiner Meinung nach ist es ins Besondere von den Elteren eine Unverantwortlichkeit, ein Kind in das “Risiko” einer so frühen Karriere zu stürzen. Denn Profi-Geschäft -und das sollte es ja wohl zumindest für eine Zeit im Falle das Gewinns werden- ist eben Profi-Geschäft und da stehen die alltäglichen Bedürfnisse eines Kindes dann zwangsweise im Hintergrund, was der natürlichen Entwicklung des Mädchens sicherlich nicht zuträglich ist. Ein selbstständiger und angemessener Reifeprozess kann und wird auf diese Weise unmöglich stattfinden.
Kinder sollte man Kind sein lassen. Man hat aus meiner Sicht als Eltern nicht das Recht, Verträge zu unterschreiben, die aus einer 4-jährigen ein “Produkt” machen. Die Vergangenheit hat übrigens auch deutlich gezeigt, dass alle -zumindest die mir bekannten- Kinderstars (bis auf ganz wenige Ausnahmen) damit nicht glücklich geworden sind und der schnelle und zumeist kurzlebige Ruhm eher Schaden als Segen war. Zudem man auch bedenken sollte, dass ein Kinder-Star eben meistens auch nur so lange interessant ist, wie der Star ein Kind ist. Den Sprung vom Kinderstar zum erwachsenen Pop-Star schaffen die meisten alleine schon auf Grund unterschiedlicher Zielgruppenrelevanz nicht. Zumal Karrieren über mehr als 10 jahre leider ohnehin zur Seltenheit gehören. Was dann kommt ist der tiefe Fall vom Thron des Stars auf den Boden der “Nicht-mehr-interessant-Tatsachen” und das sollte man seinem Kind ersparen !
Zumeist sind in der Karriere-Zeit dann nämlich Schule und vorallem aber auch Privates wie Freunde und Hobbies total vernachlässigt worden. Das Kind hat dann einen großen Teil seiner Kindheit einfach versäumt und die kommt nie wieder zurück !
Es gibt natürlich neben all dem auch noch einen wirtschaftlichen Aspekt, aus dem heraus Bohlen ebenfalls richtig gehandelt hat und der selbstverständlich bei derartigen TV-Produktionen in jedem Fall auch massgeblich berücksichtigt werden muss: Ein Kind kann man nicht so binden und -auch wenn das Wort jetzt vielleicht etwas komisch klingt- kontrollieren, wie einen Erwachsenen. Einem volljährigen und damit geschäftsfähigen Sänger kann man auf Grund der geschlossenen Verträge in die Pflicht nehmen. Bei einem Kind bestenfalls die Eltern und wenn der Schützling plötzlich keinen Bock mehr aufs Musikgeschäft hat, dann wird auch dies wenig nutzen. Und das ist auch gut so !
Fazit: Die Entscheidung von Dieter Bohlen war menschlich und geschäftlich korrekt und richtig !