Aus der Kategorie | Referenz- & Abhör-Boxen
Von Marco Delgardo | 19 November 2009
Es gibt wohl fast keinen der sie noch nicht gesehen hat und wer schon einige Zeit mit Musikproduktion zu Gange ist, der hat sie sicherlich schon einmal gehört.
Weil immer wieder darüber diskutiert wird, heute mal ein Statement von mir zur NS-10M von Yamaha.
Während man früher die NS-10M von Yamaha als Studio-Standart im Bereich der Nahfeld-Abhören bezeichnet hat, gibt es heute – ins Besondere von der jüngeren Generation der Produzenten- so manche Stimmen, die diese Box als “absoluten Schrott” und “zu altmodisch” bezeichnen.
Ich persönlich sehe das völlig anders: Ich arbeite schon seit ich denken kann mit der NS-10M im Nahfeld-Bereich. Zugegeben, diese Box klingt nicht schön, aber was man auf ihr zum klingen bringt, ist auf jeden Fall im Bereicht der Höhen und Mitten und der entsprechenden Laustärkeverhältnisse wirklich gut und vorallem auch verbindlich.
Natürlich kann man mit der NS-10M keine Bässe kontrollieren, aber dafür ist sie ja auch nicht da.
Klar, dass man sich auch im Nahfeldbereich am besten nicht nur auf eine Box verlässt, daher haben wir zum Beispiel noch weitere Nahfeld-Abhören.
Gerade aber für kleine Räume und für Leute, die nicht über weitere Abhörboxen verfügen ist die NS-10M nach wie vor zu empfehlen, zumal man eine NS-10M nahezu in jedem Raum -wenn man sich dort auf sie einigermassen eingehört hat- zumindest im Ansatz als verbindliches Instrument verwenden kann. Definitiv verbindlicher als die entsprechenden Boxen von Genelec, Tannoy, Alesis oder wie sie alle heissen.
Ein paar wichtige Tips für den Betrieb einer NS-10M gibt es auch noch:
1. Die NS-10M NIEMALS an einem Hifi-Verstärker betreiben ! Immer an mindestens einer Live-, besser aber einer Studio-Endstufe.
2. Die Vermutung, eine NS-10M bräuchte auf Grund ihrer kleinen Größe und Leistungswerte auch nur eine schwache Endstufe ist ebenso total falsch. Am besten und verbindlichsten klingt eine NS-10M mit einer linearen Studio-Endstufe von mindesten 1000 Watt (Crown baut hier zum Beispiel sehr tolle Sachen).
3. Versucht die NS-10M möglichst immer mit einigem Abstand von den Wänden aufzustellen. Am besten klingt sie, wenn sie im Raum mittig steht (zumindest von links nach rechts gesehen) und von der Vorderwand mindesten 1,50 Meter entfernt ist. Nicht in Ecken stellen !
4. Die NS-10M sollte immer queer liegen (nicht hochgestellt) und in Ohrenhöhe von Dir ca. 1,50 Meter entfernt sein. Dabei sollten die Hochtöner nach aussen gerichtet sein.
5. Der Raum, in dem die NS-10M steht sollte trocken (im Bezug auf die Schalldämmung) aber nicht überdämmt sein. Ob der Raum von der Schalldämmung her gut ist, könnt ihr einfach überprüfen, in dem Ihr selbst mal vor Euch hin sprecht oder ein wenig singt. Kommt Euch Euere Stimme in dem Raum angenehm und nicht hallig, aber auch nicht unterdrückt vor, so dürfte der Raum vom Dämmungsverhältnis her ganz gut sein.
Die Tipps für die Aufstellung und den Betrieb, gelten ja so ziemlich für alle passiven Nahfeld monitore.
Ich persönlich kenne die NS-10 M nicht vom hören, aber habe trotzdem eine klare Meinung zum Thema Abhöre. Die Dinger sind jedenfalls ziemlich alt, und zudem noch viel zu teuer. In keine anderem Tontechnik bereich hat sich soviel getan wie bei den Boxen. Das schwächste Glied in der Kette hat in den letzten 20 Jahren eine Entwicklung durchgemacht, welche sie für viel weniger Geld sehr viel besser macht.
zum Preis von 500 Euro, wie die NS-10er kosten, bekommt man schon eine super aktive Abhöre mit subwoofer, z.B von BlueSky, welche übrigens, oftmals belegt, eine der besten Abhören sind die man kaufen kann. Ich selber betreibe das System one von denen, ok, kostet dreimal soviel, is aber auch ne andere Liga. Meine Meinung: Bevor ich uralte Monitore kaufe, schau ich mir lieber mal die neuen Entwicklungen an. Und als alternative Abhöre tuts auch n Fernseher, wenn man den mix da zum klingen bringt, dann klingt der auch überall!
NS-10M sind denke ich eher was um zu sagen: schau mal, ich hab die Dinger. Wirklich einzigartigen Nutzen kann man ihnen denke ich nicht bestätigen.
@Flug USA
Wenn Du bei 500 Euro für eine Nahfeldabhöre von zu teuer sprichst, dann legst Du den Wertmaßstab über den Anschaffungspreis und nicht über die Qualität fest. Das ist im deutschsprachigen Raum glaube ich eines der Hauptprobleme, wieso man an den “US-Sound” nicht rankommt. Dort sagt man: “Take Quality and you will get Quality”.
Wie gesagt, ich bleibe bei meiner MEinung !